Wein aus aller Welt

Weinwissen

Wein ist eines der ältesten Getränke und Genussmittel der Menschheit. Standards für “guten Wein” wurden spätestens in der griechischen und römischen Antike formuliert. In diesem Artikel möchten wir eine kleine Weinreise durch die Welt der Weine unternehmen.

Die klassischen Rebsorten und Weine aus Frankreich und den Mittelmeerländern haben sich in den letzten fünf Jahrhunderten auf fast allen Kontinenten etabliert, aus dieser “Expansion” haben sich – etwa in Südafrika oder Chile – diverse eigenständige und kreative “Weinkulturen” entwickelt.

Wir geben hier einen Überblick über die wichtigsten Weinländer und die Spezifik ihrer Weine.

Französischer Wein

Französischer Wein gilt als Klassiker der internationalen Weinkultur und formuliert die Standards für Wein insgesamt. Frankreich selbst sieht diese Rolle eher gelassen: Viele französische Qualitätsweine sind “Cuvée” – also aus mehreren Rebsorten oder Jahrgängen verschnitten – in jedem Fall aber nach sehr strengen Qualitäts- und Herkunfts-Kriterien erfasst. “Sortenreine” Weine kommen vor allem aus den Grenzregionen Elsass und Burgund sowie einigen Appellationen an Loire und Rhone.

Die Reben aus den großen französischen Weinregionen – Bordeaux, Burgund, das Loire-Tal, die Weinberge an der Rhone, die Champagne, das Languedoc-Roussillion – haben sich über die Jahrhunderte rund um den Globus verbreitet. Populäre französische Weinsorten sind, neben Cabernet Sauvignon und Sauvignon Blanc, die verschiedenen Pinot-Varianten, Merlot – auf der Weißwein-Seite Chardonnay, Muscadelle, Semillion, sowie die, international vor allem in Argentinien angekommene, sehr traditionelle Malbec.

Italienischer Wein

Die Geschichte des italienischen Weines reicht bis tief in die Antike und ist eng mit der griechischen Kolonisation Italiens verbunden, durch die zahlreiche noch heute relevante Rebsorten auf die Appeninen-Halbinsel kamen. Heute steht italienischer Wein – zusammen mit den französischen Weinen – für klassischen Weingenuss, Spitzenqualitäten und Produkte mit sehr individueller Note.

Wein wird in ganz Italien – vom Piemont bis nach Sizilien – angebaut und ist so der Spiegel seines Landes. Die Besonderheit der italienischen Weine ergibt sich nicht zuletzt aus den sehr unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen und den charakteristischen Böden der einzelnen Regionen.

Insgesamt sind in Italien etwa 1.000 Rebsorten eingetragen, etwa 400 davon werden von der DOC als Qualitätssorten empfohlen. Die meisten italienischen Weine werden aus den Trauben Barbera, Trebbiano, Montepulcino sowie Malvasia und Sangiovese gekeltert, daneben werden auch alle international bedeutsamen Reben kultiviert.

Die besten Weißweine Italiens kommen – als Pinot Grigio, Chardonnay oder Sauvignon Blanc – aus dem nordwestlich gelegenen kühlen und gebirgigen Friaul.

Eine südliche Weinspezialität Italiens – aus Apulien – sind gehaltvolle, würzige Primitivo-Weine, die nicht nur aus der Zinfandel-Rebe, sondern auch verschiedenen regionalen Primitivo-Trauben gewonnen werden.

Spanischer Wein

Den Durchbruch als Erzeuger exklusiver Weine schaffte Spanien nach dem Ende der Franco-Diktatur durch die Orientierung an modernen Wein-Standards. Herausgekommen sind dabei aromatische, oft sehr konzentrierte Rotweine, Weißweine mit “typisch spanischen” Bouquets sowie nicht allzu leichte Rosé-Varianten. Spanischer Wein ist inzwischen aus dem internationalen Wein-Universum nicht mehr wegzudenken.

Die bekannteste Weinregion Spaniens ist das nordspanische Rioja, seine Rotweine, oft aus der Tempranillo-Traube, sind weltweit berühmt.

Weine aus den beiden Nachbarregionen Navarra und Ribera del Duero wirken demgegenüber, einmal abgesehen von klassischen Tempranillo-Erzeugnissen, oft wie Grenzgänger zwischen einem “typischen Rioja” und französischen Rotweinen.

In der zentralspanischen Weinregion La Mancha gewinnen derzeit am internationalen Markt orientierte Rebsorten – etwa Cabernet Sauvignon oder Shiraz/Syrah – an Bedeutung.

Weitere Informationen zum spanischen Wein.

Wein aus Deutschland

In Deutschland gibt es schon eine sehr lange Weinbautradition. Schon die Kelten haben selbst erzeugten Wein genossen. Heute liegt das größte deutsche Weinanbaugebiet in Reinhessen gefolgt von der Pfalz und Baden. Damit liegen zwei drittel der deutschen Weingebiete im Bundesland Rheinland-Pfalz.

International gilt Deutschland als Weißweinland, doch bereits seit mehr als 30 Jahren steigt die Nachfrage nach deutschem Rotwein stetig. Insgesamt überwiegt in Deutschland jedoch deutlich der Anteil von Rebsorten zu Weißweingewinnung (105) gegenüber den Rotweinrebsorten (35).

Wein aus Österreich

Österreich hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren als ein Weinland profiliert, das nicht nur günstige Massenweine – meist als Cuvée – sondern auch Qualitätsweine zu bieten hat.

Der beste Wein aus Österreich stammt von einheimischen Reben. Für Rotwein ist das vor allem der Zweigelt, der in allen österreichischen Weinregionen gedeiht, sowie Reben wie Blaufränkischer oder Blauburgunder. Österreich-typische Weißweine sind – neben dem omnipräsenten Grünen Veltliner – verschiedene gelbe Muskateller, Traminer und Weißburgunder sowie neuerdings auch Chardonnay/Morillon.

Die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Steiermark sind klassifizierte Weinregionen, daneben gibt es 16 weitere anerkannte Weinanbaugebiete. Ein eigenständiges Profil haben die Winzereien der Steiermark – sie stehen für frische Weiß- und Roséweine mit unverwechselbarer Herkunftsnote und Rebsorten wie Welschriesling, Grauburgunder oder Schilcher.

Wein aus Südafrika

Südafrikanischer Wein wird heute nur noch in der Provinz Westkap angebaut, da das fast mediterrane Klima ideale Bedingungen für die Erzeugung von auch international beachteten Qualitätsweinen bietet. Viele Winzereien haben sich mit ihren Weinen längst als eigenständige Marken etabliert – am bekanntesten ist wohl Nederburg in der Region Paarl.

Stellenbosch – als DIE Weinregion Südafrikas – steht für kräftigen, aromatischen Rotwein – Merlot, Pinotage oder die regionalen Favoriten Cabernet Sauvignon und Shiraz/Syrah.

Wein aus Amerika

In den USA wird Wein hauptsächlich in Kalifornien sowie in der Region Finger Lakes im Staat New York angebaut.

Kalifornien – und dort vor allem das Napa Valley – ist traditionell das Zentrum des amerikanischen Weinbaus. Im Gegensatz zur Ostküste wurden hier schon früh europäische Reben – der inzwischen Kalifornien-typische Zinfandel, Pinot Noir, Muskat, Chardonnay und Sauvignon Blanc – kultiviert.

Inzwischen haben sich auch die vergleichsweisen “neuen” Shiraz/Syrah-Weine bodenständig etabliert. Wein aus Amerika changiert heute zwischen international renommierten Spitzenprodukten aus “traditionellen” Winzereien und “Industrieweinen” für den Massenmarkt.

Australischer Wein

Seit den 1960er Jahren hat sich in Australien eine florierende und exportstarke Weinindustrie entwickelt. Neben international renommierten Spitzenweinen von “traditionellen” Weingütern liefern zahlreiche High-Tech-Winzereien “Industrieweine” für den Massenmarkt – mit hohen Qualitätsstandards und unter penibler Kontrolle durch die australische “Wine and Brandy Corporation”.

Durch die idealen klimatischen Bedingungen auf dem fünften Kontinent hat australischer Wein fast immer eine sehr besondere Note. Australische Rotweine – etwa Shiraz/Syrah oder Cabernet Sauvignon – sind “dicht” und fruchtig, eine fruchtbetonte und etwas schwere Note findet sich auch bei den landestypischen weißen Chardonnays, Sauvignon Blancs oder Semillions.

Wein aus Chile

Chile hat sich seit den 1980er Jahren zu einem Weinexporteur entwickelt, der heute mit international beachteten Premium-Weinen und Massenware auf den Markt präsent ist.

Mit seinen unterschiedlichen Klimazonen verfügt das Land über ideale Bedingungen für den Weinanbau. Die chilenischen Weingüter konzentrieren sich in den Regionen Valle Central, Valle Sur, Ciqimbo und Aconacua. Als bestes Weingebiet des Landes gilt Maipo im Valle Central.

Wein aus Chile wird größtenteils aus den Reben von Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot (Rotwein) sowie Chardonnay, Semillion und Sauvignon Blanc (Weißwein) gekeltert.

Portugiesischer Wein

In Portugal gab es lange keinen industriellen Weinbau, was dazu beigetragen hat, zahlreiche einheimische Traubensorten – die sogenannten Castas – zu erhalten. Portugiesischer Wein gilt schon deshalb heute bei vielen Kennern als Geheimtip. Im Landesinneren werden vorwiegend trockene Rotweine kultiviert, während Weißweine und der landestypische Vinho Verde oft aus dem regenreichen Norden stammen.

Das Herz des portugiesischen Weinbaus schlägt in der traditionsreichen Region Dao im Norden des Landes – von hier stammen sowohl aromatische Rotweine aus Tinta Pinheira- oder Tourigo-Trauben als auch die Weißweinsorten Barcelos und Arinto.

Die Regionen Bairrada und Alentejo sind für ihre schweren Rotweine aus der Baga-Traube bekannt.

Wein aus Argentinien

Die argentinischen Weinbauregionen liegen vor allem im klimatisch günstigen Westen des Landes – also am Fuße der Anden.

Wein aus Argentinien ist durch seine europäischen Wurzeln geprägt. Am häufigsten wird die ursprünglich italienische Bonarda-Rebe kultiviert, die allerdings vor allem die Basis preisgünstiger Alltagsweine darstellt.

Argentinische Spitzenweine werden – in sehr individueller und der Tendenz nach süßer Qualität – oft aus der Malbec-Rebe gekeltert.

Über Patrick 8 Artikel
Patrick ist leidenschaftlicher Feinschmecker. Auf reisen erkundet er fremde Länder als erstes kulinarisch.

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